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Aktienbericht Teva Pharmaceuticals

Aktienbericht Teva Pharmaceuticals

von Ulrich Rathmann, Portfoliomanager

Mit etwa 12-14% Weltmarktanteil ist Teva der führende Generikahersteller. Mit der zwar passenden, aber dennoch teuren Übernahme von Allergans Generikasparte hat die Firma 2016 die Bilanz träge gemacht und sich höher verschuldet. In den Folgejahren haben höhere Konkurrenz, Kundenkonsolidierung und Sparmaßnahmen der Krankenkassen zu sinkenden Preisen am Generikamarkt geführt. Zudem haben Biosimilars die Neuproduktgeneration verkompliziert. Das MS Medikament Copaxone, mit dem Teva derzeit ein Drittel seiner operativen Gewinne generiert, bekommt nun Konkurrenz von Norvartis und Mylan. Allerdings gibt es hoffnungsvolle Eigenentwicklungen im Bereich CNS und Migräne, die dem Abwärtstrend entgegenwirken könnten.

Nach einem Kursverfall von über 70 USD für den ADR auf 15 USD ist die Aktie auch preislich ein Turnaround geworden. Der neue CEO Kare Schultz will nun die Kosten um 3 Mrd. USD reduzieren und weitere Synergien heben. Geplant sind der Abbau von 14.000 Mitarbeitern (25% der Belegschaft) und eine Kostensenkung bei Forschung und Entwicklung. Die Vita von Kare Schultz beinhaltet Arbeitgeber wie McKinsey, Novo Nordisk und Lundbeck. Er dürfte sich daher sowohl in der Pharmaindustrie als auch bei Restrukturierungen auskennen. Als Ausländer besitzt er zudem die nötige Unabhängigkeit, um bei diesem für den Staat Israel wichtigen Unternehmen die nötigen Schritte einzuleiten.

Sollte die Schuldenreduktion nicht gelingen, wird die Firma als Übernahmekandidat gehandelt. Bei einer erfolgreichen Restrukturierung dürfte die mit einem Preis zu Buchwert von 0,9 bewertete Aktie deutlich zulegen.


Teva ist mit einer Anfangsposition im ACATIS Value Performer enthalten.

Für den Aktienbericht gilt unser Disclaimer.

Foto: Ulrich Rathmann